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- Psychologie - Gesundheit (Internetvortrag) Seite 1/2
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Stephan
Lange
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(eventuell angenehmer zu lesen)
Dieser Vortrag beleuchtet, auf welcher Grundlage ich Tarot für ein Werkzeug halte, das einen Einblick in die Hintergründe von Erkrankungen möglich macht und dadurch einfache konkrete Ansätze für eine Heilung oder Verbesserung liefern kann. Bei den nachfolgenden Aufzeichnungen handelt es sich um meine persönliche Meinung (Kürzel im Text: i.m.A.= in meinen Augen, m.M.n.= meiner Meinung nach, usw.), die sich in jahrelanger Beschäftigung mit dem Thema entwickelt hat. Ich selbst habe seit 16 Jahren beruflich mit Menschen zu tun, die letzten 10 Jahre als Therapeut in der neurologischen Reahbilitation, davor ca. 5 Jahre in der Pädagogik mit Kindern und Jugendlichen. Mit dem Tarot beschäftige ich mich seit ca 25 Jahren. Der Vortrag wird regelnmäßig ergänzt, und auch bereits vorliegende Abschnitte werden eventuell noch erweitert. In meiner persönlichen Weltanschauung gehe ich davon aus, dass unsere Sicht der Dinge individuell geprägt ist. Wir selbst erschaffen uns unsere Welt. Unser persönliches Universum ist ein Haus mit unendlich vielen verschiedenen Fenstern. Wir können uns entscheiden, durch welches Fenster wir nach draußen sehen wollen, um unseren ganz persönlichen Ausschnitt von der Welt zu betrachten. Jedes Fenster hat andere ganz bestimmte Bedingungen. Wir können in unserem Leben auch in gewissem Maße zwischen diesen Fenstern und Sichtweisen wechseln und ausprobieren, welcher "Ausblick" uns am besten gefällt. Wir können aber nicht durch alle Fenster gleichzeitig schauen. Unsere persönliche Welt entsteht durch Trennung von einem Teil unserer selbst, den wir dann als Außen erleben. Wir können uns wieder mit ihm verbinden, wenn wir das wollen. Aber vielleicht ist uns das ja auch zu langweilig. Im Kino wollen wir schließlich auch nicht immer daran erinnert werden, dass wir im Kino sitzen, oder? Inhaltsverzeichnis: 1. Was ist Tarot überhaupt? 2. Die Entstehung des Tarot 3. Warum zieht man die richtigen Karten? 4. Ist die Deutung der Karten ein"deutig"? 5. Der Grundaufbau des Tarot 6. Das Grundprinzip des Tarot Einige im Zusammenhang mit dem Thema relevante Grundbegriffe 7. Energie und Zeit 8. Polarität und Spiegelung 9. Pendel- oder Wellenbewegungen 10. Bewusstes und Unbewusstes 11. Mitte, Übersteuern, These, Antithese, Synthese 12. Die Vier Elemente 13. Entwicklung und Nachbarenergien 14. Körper - Geist - Seele Konkretere Bezüge zum Tarot 15. Die Entwicklung durch eine Zahlenreihe 16. Hofkarten oder "äußere und innere Personen" 17. Kartenbedeutungen * Zunächst einige Informationen und Anmerkungen zum Tarot im Allgemeinen. 1. Was ist Tarot überhaupt? Tarot ist ein Orakelsystem, das mit Karten arbeitet. Orakelsysteme gibt es viele verschiedene, und es kommen auch immer wieder neue dazu. Für ein Orakel benötigt man eine Art Sammlung von Bedeutungen oder Begriffen, die willkürlich oder zufällig gewählt werden können. Je nach Auswahl wird das Ergebnis gedeutet und auf eine aktuelle Situation oder eine bestimmte Frage bezogen. Natürlich ist es dabei wichtig, dass das Orakel bestimmte Auswahlmöglichkeiten überhaupt vorgibt. Gibt es in einem Orakelsystem z.B. keinen Begriff für "Liebe" kann man ihn auch nicht auswählen und er fällt bei der Deutung weg oder muss zumindest durch andere Begriffe kompensiert (ersetzt) werden. Beispiele für andere Orakel sind die Runen (germanische Schriftzeichen auf Holzplättchen), Vogelflugorakel, Kaffeesatzlesen, Glaskugelbilder, Würfeln, I Ging (Münzorakel) oder (sehr lustig) Gummibärchenorakel, usw.. 2. Die Entstehung des Tarot Hierüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Die Spielkarten selbst stammen aus China (7.-8- Jahrh.). Über Zentralasien und Ägypten fanden sie, wahrscheinlich von Soldaten und Händlern verbreitet, im 14. Jahrhundert ihren Weg nach Europa. Die Form des Tarot, wie sie heute üblich ist war damals noch nicht festgelegt, auch der Name existierte noch nicht. Triumpfzüge mit Figurenwagen, die im mittelalterlichen Italien auf den Straßen abgehalten wurden, lieferten vermutlich die Vorlage für die Großen Arkana (Arkana = Geheimnisse), die Hauptkarten des Spiels. Diese Prinzipien findet man übrigens auch in älteren Systemen, z.B. den Göttern der Griechen, Römer und Ägypter. Zum Orakeln wurde schon immer alles mögliche benutzt, und so ein schönes Kartenspiel bot sich dann natürlich ebenfalls an. Die Viererteilung, wie sie von den Farben der Kleinen Arkana (Teile aus den alten Kartenspielen ohne Trumpfkarten) vorgegeben wird, wurde mit den Vier Elementen in Zusammenhang gebracht. Zehnergruppen ergeben eine Verbindung zur jüdischen Kabbala. Übrigens wurden die Tarotkarten nicht immer zum Orakeln benutzt. "Tarock" ist ein Kartenspiel, das auf dem selben Kartenaufbau beruht. Ebenfalls gab es im Mittelalter Tarotspiele mit abweichender Anzahl von Karten (z.B. 54, 62, 97). Im 16. Jahrhundert verfestigte sich die Form des heutigen Tarot im "Tarot de Marseille", eines der bekannteten und weitverbreitesten Tarot Decks. Der Name "Tarot" stammt eventuell von dem arabischen Wort "taraha" طَرَحَ ab, was soviel wie "abziehen" oder "ablegen" (also "kartenspielen") bedeutet. Das ist zumindest für mich die einleuchtendste Erklärung. Die bekanntesten Tarotdecks heute sind das Tarot de Marseille, das Rider-WaiteTarot und das Crowley Tarot.
Turfan-Karte (Angeblich älteste
bekannte Spielkarte)
3. Warum zieht man die richtigen Karten? Das ist vielleicht die heikelste Frage überhaupt, was Tarot oder Orakel angeht. Welchen Bezug haben die Karten, die gezogen werden denn zu einer gestellten Frage oder der Person die sie zieht? Oder ist das nicht einfach alles nur Zufall, und man redet sich die Zusammenhänge bloß erfolgreich selbst ein? Diese Frage halte ich für berechtigt und wichtig, und man sollte sie behutsam beantworten. Wer sich mit Tarot oder Orakeln beschäftigt, ist in der Regel verblüfft von den Zusammenhängen und Hinweisen, die sich dabei zu Ereignissen oder Situationen ergeben. Das ist zunächst eine ganz konkrete Erfahrung. Der Begriff, den ich für das Kartenziehen gerne verwende nennt sich "intuitive Auswahl". Das heißt, wir wählen uns die Antworten auf die Frage, die wir beantwortet haben wollen selbst aus. Dabei setzte ich voraus, dass jeder Mensch einen Zugang zu allgemeinem intuitiven Wissen besitzt. Dieses Wissen stellt eine Art gemeinsame Bibliothek aller Menschen, bzw. allen Seins, dar. Will ich mich auf psychologische Ansätze berufen, lehne ich mich an C.G. Jung an, der sich mit Begriffen wie "kollektives Unbewusstes" befasst hat. Dieses kollektive Unbewusste, eine Art Ursubstanz, aus der sich der Mensch zwar individuell erhebt, sich aber nicht davon ablösen kann, stellt diese gemeinsame Bibliothek dar. Wenn wir nun Karten ziehen oder ein anderes Orakel benutzen, bewegen wir unsere Hand intuitiv so, dass die uns hilfreiche Antwort ausgewählt wird. Intuitiv (ohne nachzudenken) wissen wir, wo die Antwort, die richtige Karte liegt. Dies bestätigt sich unter anderem auch dadurch, dass in bestimmten Situationen bestimmte Karten auffällig gehäuft auftauchen. Akzeptiert man dieses Modell des Zugangs zum Unbewussten, müssen darüber hinaus die Grenzen dieses Zugangs differenziert beleuchtet werden (persönliche Filter). Je nach Entwicklungsstand der Persönlichkeit ist der Zugang zum Unbewussten mehr oder weniger beschränkt, d.h. dass eine persönliche "Verfälschung" berücksichtigt werden muss, besonders beim Deuten für sich selbst. Aber auch beim Deuten für andere spielen die aktuellen Erfahrungen des Deuters eine Rolle. ![]() 4. Ist die Deutung der Karten ein"deutig"? Auch das ist eine wichtige Frage. Die Deutung der Karten ist zunächst einmal individuell, da es für die Deutung keine klar festgelegten Regeln gibt. Allerdings kann man darauf hinweisen, dass der Ansatz der Deutung beim Ziehen der Karten intuitiv mitberücksichtigt wird. Man muss sich auch fragen, was überhaupt gedeutet werden kann. Gerade prognostische Vorhersagen für eine vermeintliche Zukunft sind sehr umstritten, obwohl sie in einem gewissen Rahmen erfahrungsgemäß sogar möglich sind. Hierbei müssen aber auf jeden Fall Begriffe wie "Plazeboeffekt" bzw. "selbsterfüllende Prophezeihung" (darauf möchte ich später noch mehr eingehen) berücksichtigt werden. Grundsätzlich halte ich den Menschen und seine Situation für selbstbestimmt. Tarot kann hier nur die Aufgabe haben, dem Menschen seine Situation und die Zusammenhänge bewusst zu machen und ihm so zu helfen, Änderungen anzustreben, die seine Entwicklung in eine erwünschte Richtung beeinflussen. 5. Der Grundaufbau des Tarot Meiner Meinung nach besteht der Grundaufbau des Tarotsystems aus drei geschlossenen Kreisen: Große Arkana (Hauptkarten), die Zahlenkarten der kleinen Arkana (Nebenkarten: Kelche=Herz=Wasser, Stäbe=Kreuz=Feuer, Schwerter=Pik=Luft, Münzen=Karo=Erde) und die Personenkarten (Hofkarten: Vier Gruppen mit König, Königin, Ritter o.Prinz und Bube o.Prinzessin) der kleinen Arkana. Diese drei Kreise zeigen jeweils eine kreisförmige Bewegung durch die Vier Elemente. Die Elemente sind dabei folgendermaßen verteil: Wasser unten, Feuer rechts, Luft oben und Erde links. Innerhalb der einzelnen Gruppen eines Kreises findet nochmals eine kleinere Kreisbewegung durch die Vier Elemente statt. Daraus ergeben sich Elementemischungen der einzelnen Karten. Die Kreise kann man im Prinzip übereinanderlegen und bekommt dadurch drei Ebenen in einem Kreis. Die Großen Arkana zeigen Hauptthemen an, sie sind wie die Ausrufungszeichen einer Legung und weisen auf wesentliche Lebensthemen hin, die zur Zeit der Legung aktuell sind. Die Zahlenkarten der Kleinen Arkana stehen für konkrete oder alltägliche Themen oder Situationen. Die Personen- oder Hofkarten der kleinen Arkana beziehen sich auf äußere oder/und innere Personen, die gelebt bzw. vernachlässigt werden. Auch dazu später mehr.
![]() Große
Arkana
Kleine Arkana - Zahlenkarten
![]() Kleine Arkana - Personenkarten
6. Das Grundprinzip des Tarot Alle Karten des Tarot fächern sich in einem mehrschichtigen Kreis auf. Die Gesamtheit der Karten stellt die Vielseitigkeit des Lebens dar, einzelne Bausteine eines Energiesystems. Tarot spiegelt die energetischen Inhalte des Systems, auf das es angewandt wird. Bleibt jede Karte an ihrem Platz liegen, besteht Harmonie und Ausgewogenheit. Bezieht man diese Karten in ihrer Gesamtheit z.B. auf einen Menschen, stellen sie also ein Abbild von ihm dar, befindet dieser sich im genannten Fall in Harmonie. Verschiebungen der Karten (also der Energie) verursachen Spannungen. Tarot zeigt diese ebenfalls an. Das gesamte System, wie jedes System, ist allerdings immer bestrebt, Spannungen und Disharmonien lang- oder auch kurzfristig wieder auszugleichen. Der Aufbau von Spannungen und auch der Ausgleich derselben geschieht in Pendel- oder Wellenbewegungen. Diese können ebenfalls in der Kartenabfolge beobachtet werden (dazu später mehr). Tarot ist ein logisches System. Zu jeder Karte gibt es im Kreis eine gegenüberliegende Karte, die sie energetisch ausgleicht, neutralisiert. Dadurch wird Tarot im Grunde zu einem rechnerischen Energiemodell. Spannungen und Energieverschiebungen können recht genau lokalisiert und ausgleichende Maßnahmen hergeleitet werden. Durch seinen logischen strukturierten Aufbau und der Möglichkeit, seine strukturellen Inhalte auf andere Modelle zu beziehen wird Tarot zu einem Werkzeug, das sich von anderen Systemen qualitativ abhebt. Dies liegt sicher auch an der intensiven Beschäftigung mit seinen Möglichkeiten, die diesem System im Lauf der Jahrhunderte zuteil wurde. Einige im Zusammenhang mit dem Thema relevante Grundbegriffe 7. Energie und Zeit Mit dem Begriff Energie wird m.M.n. immer sehr schnell hantiert und argumentiert, ohne dass er ausreichend definiert wird. Gerade im Zusammenhang mit der Gesundheit wird der Begriff oft benutzt. "Man hat keine Energie", "der Energiefluss stimmt nicht", man spricht von "Energiearbeit (z.B. Reiki). Was verstehe ich also unter Energie, wenn ich davon spreche? Was ist Energie? Wenn wir uns über Energie unterhalten möchten, müssen wir eigentlich zu "Adam und Eva" zurück. Wieso das denn? Ist das jetzt nur so eine Redensart? Nein, keineswegs. "Adam und Eva" sind das Symbol für die Urpolarität, die Urbatterie sozusagen, die sich freiwillig aus einer göttlichen Einheit heraus in eine Spannung begeben hat, um Leben möglich zu machen und das jede Sekunde, jetzt und immer wieder von Neuem. Es ist ähnlich wie wenn wir eine Schaukel in Schwingung bringen. Aus der Ruheposition heraus entsteht durch einmaliges Einwirken eine Pendelbewegung. Die Schaukel schwingt zwischen zwei Polen hin und her bis sie endlich wieder in der Mitte stehen bleibt. Die Energie, die Anfangs investiert wurde wird so wieder zurückgeführt und neutralisiert sich. Möglich wird dies allerdings nur durch die Zeit. Es müssen Energieschulden gemacht werden, zeitlich verschoben ergibt sich die Rückzahlung. So hat Energie mit Spannung zu tun. Spannung hat aber immer das Bestreben nach Ausgleich. Energie ist also nicht ständig vorhanden, sondern nur solange eine Spannung besteht. Energie verändert ihre Vorzeichen (+/-) und ihre Form (Licht, Gedanken, Materie...). Spannung (und deshalb auch Teilung und Polarität) ist eine Grundbedingung für Leben. Absolute Harmonie wäre ein göttlicher Zustand, in dem sich alle Gegensätze vereinen. Der Mensch hat aber ein Bedürfnis nach Spannung und Teilung, weil er ein Bedürfnis nach Leben hat. Teilung (Polarität) und Spannung verursachen allerdings auch Leid. Deshalb besteht für den Menschen gleichzeitig ein Bedürfnis nach Harmonie und Einheit. Man könnte dies als Grundambivalenz des Menschen beschreiben. Das Verhältnis zwischen Spannung und Harmonie, zwischen Teilung und Einheit, möglichst ausgewogen zu gestalten wäre also eine Grundlage für ein glückliches Leben und für Gesundheit. Im Tarot und auch in der Kabbala finden wir m.M.n.dieses angemessene Verhältnis in der Zahl 6, so also z.B. in den "Liebenden". Bezogen auf die Gesundheit geht es nicht darum, möglichst viel Energie zu haben, es geht darum, dass die Energie angemessen fließen kann. Ein Energiestau oder Energiemangel soll nicht zu extrem sein und vor allem nicht allzulange andauern, da er sonst zu unangenehm wird. Angestaute Energie hat eine bestimmte Richtung, in die sie abfließen will. Ebenso gibt es körperliche und geistige Bereiche, die Energie aufnehmen möchten. Findet dieser Ausgleich in einer angemessenen Zeit und im angemessenen Maß nicht statt, entsteht das, was wir Krankheit nennen. Gerade hierbei kann uns Tarot helfen. Tarot spiegelt unsere enrgetischen Abläufe und unseren energetischen Status. Die gezogenen Karten werden zu einer Energielandkarte, auf der wir ablesen können, wo wir Energie verschwenden, wo Blockaden unseren Energiefluss zu sehr hemmen oder wo Energie sich nicht in die gewünschte Form verwandeln kann. Drei weitere miteinander verwandte Begriffe möchte ich hier erwähnen. Sie lauten "Energiemuster", "Energieübertragung" und "Synchronizität". Angesprochen wird damit die Möglichkeit, dass Energie in seiner Fähigkeit, verschiedene Formen anzunehmen in der Lage ist, durch weitere Verzweigung eine komplexe Energiestruktur zu entwickeln und dadurch ein spezielles Muster auszubilden. Die verschiedenen Ebenen eines Systems (z.b. Mensch = Geist, Körper, Arbeit, Umfeld, Ernährung,...) funktionieren in der Regel nach dem selben Muster. Solch ein Muster überträgt sich von einer Ebene zur anderen, es färbt sozusagen ab oder es färbt seine Umgebung ein. Vermutlich spielt das auch dann eine Rolle, wenn wir von einer Aura oder von Ausstrahlung sprechen, die Wirkung eines energetischen Musters auf ein anderes, die in diesem Fall spürbar wäre. Der Begriff Synchronizität (Gleichzeitigkeit, Hermetische Gesetze) steht ebenfalls in diesem Zusammenhang. Das bedeutet, auf verschiedenen Ebenen gelten die gleichen Regeln bzw. Prinzipien. Im Zusammenhang mit dem Thema Gesundheit heißt das, dass unsere Lebensumstände einen Einfluss auf unser Befinden, unser Denken, unseren Körper haben. Es bedeutet, dass das Prinzip unserer Ernährung und der Medikamente, die wir einnehmen, das Energiemuster unserer Psyche und unseres Körpers beinflusst. Und es bedeutet, ändern wir z.B unser Denken, dass auch langfristig alles andere damit verändert werden kann. An dieser Stelle taucht noch ein anderes Stichwort auf, der sogenannte "Teufelskreis". Als Teufelskreis verstehen wir eine Bedingungskette, die sich in sich selbst schließt, wie eigentlich alle Bedingungsketten, also einen Bedingungskreislauf. Diese sich kreisförmig bedingenden Wirkungen empfinden wir als negativ, deshalb der Name. Ein einfaches Beispiel: " Ich bekomme keine Arbeit, weil ich keine Wohnung habe und ich bekomme keine Wohnung, weil ich keine Arbeit habe". Vielleicht ist es das, was wir "Pech" nennen. "Pech" wäre dann eine negative Bedingungsverkettung, "Glück" die positive Variante davon, also Wirkungen, die sich gegenseitig stärken. Eine negative Verkettung spielt m.M.n. bei chronischen Erkrankungen eine Rolle. Wie kann nun so ein Teufelskreis aufgelöst werden? Ganz einfach (und oft eben nicht so einfach), indem mindestens eine Bedingung verändert wird. Schafft man es, diese geänderte Bedingung ausreichend konstant zu halten, gleicht sich das Energiemuster der anderen Ebenen langfristig an das Muster der geänderten Ebene an. Anfangs langsam, später, wenn die einzelnen Ebenen nach und nach folgen schneller und in einer Kettenreaktion. Dies nennt man "einen Teufelskreis aufbrechen", und genau in diese Richtung anzuregen und zu fördern ist m.E. die Aufgabe einer Therapie. Idealerweise, hat man das geltende und zu verändernde Muster erkannt, passt man das entsprechende Prinzip möglichst auf mehreren Ebenen gleichzeitig an, um die neue Energie noch mehr zu stärken. Eine der wichtigsten Veränderungen muss m.M.n. im Denken passieren, d.h. das Muster oder Prinzip, das geändert werden soll bzw. das zukünftig gelten soll, muss bewusst gemacht werden, da unser Geist einen sehr starken Einfluss auf alle anderen Ebenen hat. ![]() 8. Polarität und Spiegelung Im letzten Abschnitt habe ich schon das Thema Polarität erwähnt. Für den/das Tarot ist dies sehr grundlegend. Polarität resultiert daraus, dass sich aus einer (theoretisch vollkommenen) Einheit zwei Pole bilden, die einander ergänzen und deshalb gleichzeitig die Kehrseite voneinander sind. Wie schon oben erwähnt entsteht hieraus Spannung und dadurch Energie, die sich im Laufe der Zeit wieder ausgleichen möchte. Also im Grunde geht es dabei tatsächlich um "Adam und Eva als Geschöpfe Gottes" (verstanden als philosophisches Gleichnis). Lassen wir Adam und Eva auf einer Scheibe spazieren gehen, die in der Mitte aufgehängt ist. Eva, wenn sie auf die Bewegungen Adams reagiert (was sie ja rein theoretisch als passiver Wesensanteil tut ;-), muss, setzt man (für Naturwissenschaftler) ein gleiches Gewicht voraus, immer genau auf der gegenüberliegenden Seite der Scheibe zu Adam stehen und auch im gleichen Abstand zur Mitte, damit die Scheibe in der Waage bleibt. Alles ist also gleich, nur die Seite ist unterschiedlich. Geht Adam nach rechts, muss Eva von ihm aus gesehen nach links gehen. Das führt uns zum Begriff Spiegelung. Da sich Eva auf der gegenüberliegenden Seite befindet, sie aber bestimmte Dinge genau andersherum machen muss, spiegelt sie Adam sozusagen. Sie ist sein Spiegelbild oder er ihres. Adam kann in den Reaktionen Evas sehen, was er selbst tut, falls er sich dessen nicht bewusst ist. Dieses Prinzip wird angewandt, wenn wir sagen, "ein anderer Mensch spiegelt uns", z.B. dann, wenn wir ihn sehr lieben oder sehr hassen. Zumindest wird es dann auffällig zum Thema. An dieser Stelle möchte ich nochmal erwähnen, dass ich davon ausgehe, dass unser Universum ständig neu erschaffen wird. "Adam und Eva" haben nicht vor 6000 oder 300 Millionen Jahren gelebt und seither dreht sich dieser Ball. Nein, Adam und Eva sind das Modell für die Spaltung der Einheit, die wir immer wieder neu anregen, weil wir leben wollen. Adam und Eva sind das Modell für die Urpolarität in uns selbst, die wir erhalten oder wieder verbinden können, je nachdem, was wir möchten. Ein Mönch z.B. strebt nach der Wiederverbindung, weil er das Leid ablehnt, dass Polarität (getrennt sein) verursacht. Die Themen "Polarität" und "Spiegelung" kommen bezogen auf unsere Gesundheit im Wesentlichen dann zum tragen, wenn es um Partnerbeziehungen, Elternthemen und innere Ambivalenzen geht. Genau genommen sind diese drei Themen zusammenhängende Grundpfeiler für ein Verständnis der inneren Vorgänge und Energiedynamik eines Menschen. ![]() Wo im Tarot finden wir Polarität
und Spiegelung nun konkret? Zunächst bestehen die Großen Arkana aus
zwei Wegen. Man nennt sie "männlicher (solarer, bewusster) und
weiblicher (lunarer, unbewusster) Weg", "Tag- und Nachtseite" oder auch
anders. Der "männliche Weg" beginnt in meinem Verständnis, auf die
Trumpfkarten bezogen, beim
Magier und endet im Rad des
Schicksals, der "weibliche Weg beginnt in der Karte Kraft und endet im
Gericht. Narr und Welt spielen eine übergeordnete
Rolle. Die beiden Wege spiegeln sich gegenseitig, sie zeigen die
gleichen Prinzipien nur mit anderen Vorzeichen. Ich nenne den
"bewussten Weg" auch "Den Weg des Lernens", da wir die Abläufe hier
bewusst beobachten und daraus lernen können. Den "unbewussten Weg"
nenne ich den "Weg der Prüfungen", da dort die Abläufe nicht mehr
hinterfragt
werden, auch gar nicht können, sondern automatisch ablaufen
müssen. Konkret spiegeln sich die Karten mit den gleichen
Einerstellen energetisch, also z.B. 2 Hohepriesterin und 12
Gehängter oder 7 Wagen und 17 Stern, usw.. Weiterhin spiegeln sich die
unterschiedlichen Farben der Kleinen Arkana. In meinem Verständnis
spiegeln sich Stäbe (Feuer=auflösen) und Münzen (Erde=erhalten), sowie
Kelche (Wasser=unbewusst)
und Schwerter (Luft=bewusst). Mehr dazu unter der Überschrift "Die
Vier
Elemente". Außerdem sehe ich auch noch eine Spiegelung bei den
Hofkarten, und zwar zwischen König (Vater) und Bube (im Langustl Tarot
Prinzessin = Tochter) und zwischen Königin (Mutter) und Ritter (im
Langustl Tarot Prinz = Sohn).
9. Pendel- oder Wellenbewegungen Polarität kann nicht entstehen oder existieren ohne die Zeit. Schon um Polarität, also Unterschiede, wahrnehmen zu können benötigen wir mindestens zwei Zeiteinheiten, die sich qualitativ voneinander unterscheiden. Also z.B. erster Eindruck = groß, zweiter Eindruck = klein, die Eindrücke müssen zeitlich verschoben sein. Genauso verhält es sich mit Entwicklungen. Zunächst wird ein Schritt gemacht. In der Regel ist dieser bei einer neuen (oder vergessenen) Erfahrung relativ grob, worauf dann auch eine genauso grobe Gegenreaktion folgt. Nehmen wir noch einmal das Beispiel von "Adam und Eva" auf der Scheibe. Zunächst sitzt Adam ganz friedlich in der Mitte, dann beschließt er loszulaufen. Die Scheibe gerät ins Wanken, weil sie einseitig belastet wird. An diesem Punkt muss Eva erschaffen werden, damit die Balance wieder erlangt werden kann. Tja, was täten wir bloß ohne die Frauen? Allerdings steht die Scheibe nicht unbedingt gleich still. Adam und Eva müssen erst lernen, sich auf der Scheibe zu bewegen. Hierbei werden immer wieder Grenzerfahrungen gemacht. Ohne Grenzerfahrungen gibt es kein Lernen. Mit der Zeit schaffen es die beiden immer besser, aufeinander zu reagieren, und das Ganze "pendelt sich ein". >>> >>> >>>![]() Genauso funktioniert das, wenn wir neue Erfahrungen machen. Zunächst haben wir eine tolle Idee und preschen vielleicht einfach los. Irgendwo muss man anfangen, und in der Regel werden dabei Fehler gemacht. Die Folge davon ist eine Gegenreaktion, die eventuell nun in die entgegengesetzte Richtung übersteuert. Wieder nach vorne, wieder zurück, das x-mal hin und her, und auch so finden wir mit der Zeit durch Übung und Erfahrung die richtige Balance zwischen den beiden Richtungen (Polen) für uns heraus. Die Pendelbewegungen sind also bei neuen Erfahrungen anfangs recht stark und verdichten sich dann immer mehr bis die beiden Richtungen sozusagen in Eins verschmelzen. Diesen Effekt würde ich "Automatisierung" nennen. Allerdings kann ich mir auch den umgekehrten Ablauf vorstellen. Menschen, die eher sehr bewusst und vorsichtig veranlagt sind, würden sich in Entwicklungen mit kleinen Wellenbewegungen an die Bedingungen der neuen Situation herantasten (Tarotkarte Mond). Wenn das Vertrauen in die Entwicklung wächst, können sie auch wagemutiger werden, und die Bewegungen in die verschiedenen Richtungen werden stärker, allerdings auch die dabei auftretenden Grenzerfahrungen. Das Prinzip der Pendel- und Wellenbewegungen gilt nicht nur für konkretes Handeln, sondern auch für das "Switchen" zwischen polaren Charaktereigenschaften. Hierzu mehr im nächsten Kapitel. 10. Bewusstes und Unbewusstes Ein recht bekanntes Bild zu diesem Thema ist der Eisberg, der mit 10% seines Volumens aus dem Wasser heraus ragt und mit 90% unter der Wasseroberfläche bleibt. Der Teil des Eises über dem Wasser wird mit unserer bewussten Wahrnehmung verglichen, der weitaus größere Teil unter der Oberfläche mit dem, was uns kaum oder gar nicht bewusst ist. Bewusstes und Unbewusstes bilden ebenfalls eine Polarität. Im Grunde könnte man das Bewusste wiederum als Adam, das Unbewusste wiederum als Eva bezeichen. Was erneut zeigt, dass die Frauen einfach stärker sind ;-)) Der unbewusste Bereich beinhaltet unsere bisherigen Erfahrungen und Automatismen. Der bewusste Bereich bricht diese auf, hinterfragt sie und formt neue Automatismen, Regeln bzw. innere Kreisläufe. Diese beiden unterschiedlichen Ansätze unserer Psyche befinden sich in einer ständigen Konkurrenz zwischen Bewahren und Verändern. Beide Tendenzen sind wichtig. Ein Haus, das wir renovieren wollen kann zusammen brechen, wenn wir zu viel auf einmal verändern, also ist ausreichende Stabilität wichtig. Dies spielt unter anderem eine Rolle, wenn bei einer psychologiesche Therapie darauf geachtet wird, dass nicht zu viele Päckchen aus dem bisherigen Leben auf einmal geöffnet werden. Ebenso kann eine notwendige Entwicklung verhindert werden, wenn Veränderung nicht stattfindet, z.B. wenn die alte Struktur an neue äußere Umstände angepasst werden muss. Wichtig ist, dass zwischen bewusstem und unbewusstem Teil unserer Psyche eine gewisse Balance besteht, also auch dass Kommunikation und gegenseitige Ergänzung zwischen den Bereichen möglich ist. ![]() In einer Entwicklungsphase werden die beiden Konzepte üblicherweise miteinander verglichen und abwechselnd ausprobiert. Vorrang hat zunächst der neue Ansatz. Da dieser allerdings bald gewisse Grenzen erfährt, wird plötzlich das altbewährte Konzept wieder atraktiver. Idealerweise macht der Austausch zwischen den beiden Teilen und unsere Reflektion der Situation möglich, die beiden Ansätze zu einem Kompromiss zu verbinden. Gelingt das nicht, kann eine ständige Pendelbewegung die Folge sein. Beobachten kann man diesen Effekt sehr deutlich bei Erkrankungen wie z.B. der Bipolaren Störung (manisch-depressiv). Die zwei Pole "total euphorisch" und "depressiv" wechseln hierbei sehr auffällig und sich gegenseitig bedingend ab. Eine Ursache dafür kann m.E.sein, dass ein Pol solange festgehalten wird, dass die Schwingung zur anderen Seite entsprechend extrem ausfällt. Die extremen Auslenkungen, bzw. deren Folgen, werden von dem Betroffenen jeweils als negativ empfunden, dadurch wird die Gegenseite wieder atraktiv oder notwendig, usw....Bezogen auf Tarot kann der Umgang einer Person mit Polaritäten daran erkannt werden, wie stark die Gegensätze der Karten sind, die gezogen werden. Treten z.B. starke Schwert- und Kelchkarten oder z.B. Magier und Herrscher vermehrt gleichzeitig in Legungen auf, ist dies i.m.A. ein Indiz für eine starke Polarität zwischen Emotionalität und Ratio. Die Kräfte der beiden Pole sind dann jeweils gleichstark, nur mit entgegengesetzten Vorzeichen, wie bereits oben im Beispiel mit "Adam und Eva" beschrieben. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch noch den Begriff des "Schattens", der im Zusammenhang mit Tarot und verwandten Disziplinen häufiger auftaucht. Der Schatten steht für Eigenschaften oder Bedürfnisse, deren wir uns nicht bewusst sind, und die wir ablehnen. Dadurch muss er im unbewussten Bereich angesiedelt werden. Das Thema unseres Schattens hat die Eigenschaft, sich in unser Bewusstsein bzw. unsere Erfahrungswelt zu drängen. Je nachdem wie offen wir sind, uns dieses Thema anzuschauen und uns damit zu beschäftigen, entsteht mehr oder weniger Druck. Weigern wir uns, dieses Thema angemessen in unser Leben zu lassen, obwohl das eigentlich unserem Bedürfniss entspricht, wird der Druck immer größer. Das Thema wird sich langfristig schließlich seinen angemessenen Platz erobern, notfalls über Krankheit oder persönliche Schicksalsschläge. Oft ergibt sich erst durch einen solchen Leidensdruck die Offenheit, sich dem Thema zuzuwenden. 11. Mitte, Übersteuern, These, Antithese, Synthese Diese Begriffe gehören zum Thema Polarität dazu. Ich möchte sie aber gesondert abgrenzen, um sie etwas hervorzuheben. Eine oft gehörte und immer wieder genannte Formulierung lautet "die eigene Mitte suchen" o.ä.. Die philosophische Bedeutung bezieht sich auf die Vereinigung der Pole (Wiedererlangung der "paradiesischen Einheit"), da so der Energiefluss verbessert und das Leid verringert wird. Praktisch gesehen geht es um Kompromisse und Kommunikation zwischen sich widersprechenden Tendenzen. Die Mitte wird als solche ja oft nur dadurch erkannt, dass sie wieder verloren geht. Diese Tatsache nenne ich "Übersteuern". Übersteuern ist ein grundlegender Bestandteil von Entwicklungen und normalerweise nicht zu vermeiden. Um die eigene persönliche Balance zu erkennen und zu finden ist es notwendig, zunächst zwischen den Extremen zu pendeln, um Grenzen zu erfahren und die "Mitte" sozusagen von den unterschiedlichen Seiten aus betrachten zu können. Übersteuern beinhaltet auch den Aspekt des Ausgleichs. Besteht längere Zeit eine Einseitigkeit, z.B. eine emotional stark eingeschränkte Lebensweise, wird bei einer emotionalen Öffnung selten sofort eine mittlere Position eingenommen, sondern die Person hat dann eher die Tendenz emotional zu "übersteuern". Da werden vernachlässigte Dinge ausgelebt oder nachgeholt (kompensiert) bis das Bewusstsein für die Vor- und Nachteile beider Seiten entstanden ist und sich das Ganze in einer mäßigeren Pendelbewegung einschwingt. Anders formuliert wird eine ursprüngliche These mit einem neuen Ansatz (Antithese) verglichen. Daraus entwickelt sich eine dritte Möglichkeit (Synthese). Eine wichtige Rolle spielt das auch bei Eltern-Kind Prozessen. Bei der Vereinigung von zwei Tendenzen zu einer dritten gibt es zwei mögliche Ergebnisse. Die zwei ursprünglichen Thesen ergänzen sich energetisch nicht völlig, dann entwickelt sich aus den vorgegebenen Richtungen ein Kompromiss, eine Annäherung. Ergänzen sich die Thesen energetisch vollständig, können sie sich (rein theoretisch) gegenseitig neutralisieren. An den gezogenen Karten kann erkannt werden, wie sehr die unterschiedlichen Thesen eines Menschen voneinander entfernt sind, wie stark also seine inneren und äußeren Schwankungen sind. Sie zeigen uns auch, ob Entscheidungen möglich sind, oder ob eventuell Flexibilität und Offenheit fehlen. 12. Die Vier Elemente Warum sind es ausgerechnet vier Elemente und nicht 7, 12 oder 35? Die 4 ist nur eine weitere Teilung der 2, deshalb. Das Bild der Aufteilung und Differenzierung wird dadurch vielseitiger. Wenn wir uns die Hof- oder Personenkarten betrachten, sehen wir dort eine Aufteilung in 16 Typen. Dies kommt daher, dass es zunächst vier Familien, eine pro Element, gibt. Jede Familie besteht wieder aus 4 Mitgliedern, eines pro Element. Je nach Aufteilung stehen Differenzierung oder Übersicht im Vordergrund. Das Modell der vier Elemente zeigt uns auch das Prinzip These-Antithese-Synthese, das über das Element Erde (Konkretisierung) auf eine neue Ebene führt und nicht zurück in die ursprüngliche Einheit. Ein fünftes Element (in der östlichen Elementeaufteilung vorhanden) kann man im Kreuzungspunkt der Vier Elemente sehen, ein geistiges übergeordnetes Element. Im Tarot entspricht dies z.B einem Charakter wie dem Hierophant bezogen auf die ersten vier Karten der Großen Arkana oder der Welt bzw. dem Narren bezogen auf die Gesamtheit der Karten. Die traditionelle Sichtweise der Anordnung der Vier Elemente sieht folgendermaßen aus. ![]() Wenn ich die Großen Arkana in einen
Kreis lege, erhalte ich ein anderes Bild (siehe
oben), Wasser unten, Feuer rechts, Luft oben, Erde links.
Eine alte Darstellung, die dieses Bild unterstützt ist das "Rad des
Schicksals" aus dem Tarot de Marseille. Hier sehen wir unten Wasser
und Feuer seitlich, in diesem Fall links angeordnet, aber nicht oben.
Üblicherweise wird "aktiv" (Zukunft) rechts, "passiv" (Vergangenheit) links, "bewusst" oben und "unbewusst" unten dargestellt. Die linke Hand der Rechtshänder ist eher passiv, die rechte aktiv, das Denken lokalisieren wir im Kopf, das Fühlen im Bauch. Wasser wird oft als Urelement bewertet, aus dem alle anderen Elemente entstehen, eine Art Ursuppe, die sich verformen kann (Schöpfungsprozess). Diese Ursubstanz erfährt Befreiung über das Feuer (Aktivität/Teilung). Die Großen Arkana in diesem Bereich zeigen alle Feuer bzw. Licht. Turm = ein Blitz schlägt ein, Stern = ein kleines Licht, Mond = indirektes Licht, Sonne = Licht,Wärme, Energie. Das Feuer spaltet das Wasser in Möglichkeiten auf. Diese Möglichkeiten stehen im Bereich der Luft (oben = Überblick) zur Diskussion, werden neu bewertet und geordnet. Magier, Hohepriesterin, Herrscherin, Herrscher und Hierophant (= alle Elemente) sind jeweils Personendarstellungen. Hier geht es um die Bewusstseinsentwicklung des Menschen in Wellenbewegungen durch die Unterelemente (akute Elementeverteilung, die auf den großen Kreislauf aufgesetzt ist), die im Hierophanten ihren höchsten Punkt erreicht. Danach, in Richtung Erde, sinkt die Trennung (Bewusstsein) in einer Abwärtsbewegung wieder in die Verbindung (Unbewusstes) ab. Es tauchen die polaren Karten auf. Die Liebenden beginnen die zwei Pole erneut zu verbinden, der Wagen hat zwei unterschiedliche Zugtiere (bei mir Zügel), die Gerechtigkeit zeigt zwei Waagschalen, der Eremit steht für Wiederverbindung der Pole. In der Karte Kraft sind die Pole als Bewusstsein und heraufdrängendes Unbewusstes nochmals deutlich zu sehen. Eine neue Ordnung konkretisiert sich. Der Gehängte hat Angst, den bewussten Bereich zu verlassen, der Tod lässt los, die Mäßigkeit hilft in der Welt der Wassers (Automatisierung, Vergessen), einen kleinen Zipfel des Bewusstseins als Führer festzuhalten, der Teufel geht jegliches Bewusstsein verloren, die zwei Pole sind gefangen. Die automatisierte Struktur kann bei Bedarf durch eine erneute Aufwärtsbewegung und Aufspaltung hinterfragt und wieder verändert werden. Vielleicht muss man das Wasser als Element sehen, an das sich die Erde nur annähern kann, um nicht völlig zu vergehen, bevor es zu einer Neuformung kommt. Dieser Kreislauf der Vier Elemente zeigt das Prinzip der Aufspaltung (Analyse), Neubewertung und Neuordnung (Synthese), das man in vielen Prozessen, von der einfachen Entscheidung bis zum großen Projekt, wiederfindet. Bezogen auf die Gesundheit hinterfragen wir damit das Verhältnis zwischen Stabilität und Veränderung, zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Themen wie Verhärtung oder Chaos stellen dabei beispielsweise Extreme dar. Dies macht uns auch nochmal deutlich, dass die gegenüberliegenden Seiten Feuer und Erde bzw. Wasser und Luft sich gegenseitig spiegeln bzw. aufheben. Bewusstsein (Luft) hebt Unbewusstes (Wasser) auf und umgekehrt, Auflösung (Feuer) hebt Erhalten (Erde) auf und umgekehrt. Die gewählten Karten geben uns u.a. einen Einblick, wie stark die einzelnen Elemente bei einer Person vertreten sind und welches Element eventuell vernachlässigt wird. 13. Entwicklung und Nachbarenergien Zum Thema der Energien in den Vier Elementen stellt sich die Frage, wie sich die Veränderung der Energieform vollzieht. Hierbei gibt es für mich zwei wichtige Aspekte. Der erste Begriff, den ich nennen möchte heißt "Springen". Es geht darum, dass eigentlich ständig (mindestens) zwei Energierichtungen gleichzeitig vorhanden sind, die sich widersprechen und irgendwie miteinander kämpfen oder zumindest ringen. Sind die Energien gegenüberliegend angeordnet, sind ihre Vorzeichen also quasi entgegengesetzt, dann sind die Unterschiede sehr groß, bzw. es sind keine Gemeinsamkeiten vorhanden. Das wäre z.B. der Fall, wenn ein Mensch grundsätzlich sehr emotional (kindlich/offen/naiv) veranlagt ist und dies versucht, durch starkes rationales Gegensteuern zu kompensieren (auszugleichen). Die beiden Eigenschaften haben kaum eine Chance, einen Kompromiss zu bilden, weil sie sich energetisch genau gegenüber liegen. Dieses Prinzip kann man auch auf Paarbeziehungen übertragen. Paare, in denen die Partner zu unterschiedlich sind, ergänzen sich zwar gegenseitig, sie haben aber zu wenig Gemeinsamkeiten, die eine Partnerschaft angenehm, praktikabel oder langfristig möglich machen. Finden sich solche zwei Extreme in der Persönlichkeit eines Menschen, hat er in der Regel die Tendenz, zwischen diesen beiden Extremen hin und her zu springen. Eine solche Person wirkt sehr launisch, in Extremfällen kann sich das als Krankheit äußern, da die Schwankungen zwischen den Polen unsere übliche gewohnte Bandbreite an Schwankungen verlässt und sich die beiden Seiten auch noch gegenseitig verstärken können (bipolare Störung). Energetische Entwicklungen, bzw. Entwicklungen jeglicher Art, verlaufen also idealerweise über Nachbarenergien. Das Prinzip dabei ist, dass ein bekannter Energieteil bestehen bleibt und ein neuer Energieteil dazu kommt. So geht die Entwicklung schrittweise vonstatten. Da Beziehungen ja auch die Aufgabe haben, uns in unseren Entwicklungen zu helfen, gilt auch dort dieses Prinzip. Idealerweise hat der Partner einerseits Eigenschaften, die uns bekannt und vertraut sind, und die wir als Grundlage sehen dürfen. Gleichzeitig bringt er aber auch Neues in unser Leben, das wir entdecken und integrieren können, auch wenn wir es anfangs eventuell sogar ablehnen. Bei den Vier Elementen kann man dies sehr gut beobachten : Wasser = unbewusst/passiv >>> Feuer = unbewusst/aktiv >>> Luft = bewusst/aktiv >>> Erde = bewusst/passiv >>> und von vorne. Immer nur ein Anteil wird verändert, ein Anteil bleibt bestehen. Im Tarot gilt dieses Prinzip der Nachbarenergien in der Entwicklung von einer Karte zur anderen. Dieser Aufbau ist m.M.n. völlig logisch und systematisch und auf keinen Fall willkürlich. Dadurch wird Tarot für mich auch zu einem für die Wissenschaft interessanten Modell, da es solche Prozesse sehr konkret spiegeln kann. 14. Körper - Geist - Seele Im Zusammenhang mit Gesundheit werden diese drei Begriffe oft verwendet. Ich möchte an dieser Stelle definieren, wie ich sie verstehe und wie sie sich i.m.A. zueinander verhalten. Fangen wir "hinten" an, die Seele, was ist das? Die Aussagen, die man über diesen Begriff findet sind unterschiedlich. Wenn wir uns das Bild zum "kollektiven Unbewussten" noch einmal anschauen, möchte ich eine Seele als eine der dargestellten Ausstülpungen (Bewusstes + persönliches Unbewusstes) betrachten. Natürlich kann man eine solche Spitze nicht einfach vom Ganzen abschneiden. Die Seele wäre das, was sich als persönliche Aspekte vom Ganzen abhebt. Man kann es vergleichen mit einer Falte in einem Tuch. Ein vollkommen glattes Tuch hat keine Falten. Eine Falte in einem Tuch gehört zwar zum Tuch, ohne das es nicht existieren kann, trotzdem hat sie als Falte in gewisser Weise eine persönliche Existenz. Die Seele eines Menschen besteht aus Geist und Körper, ist sie nicht manifestiert nur aus Geist. Geist und Körper sind unterschiedliche Teile der Seele, die sich gegenseitig bedingen. Der Begriff des Geistes bezieht sich auf den nicht manifesten Teil der Seele, also Gedanken, Pläne, Ideen, Gefühle, Ahnungen, Ängste, usw.. Vieles davon scheint uns nicht greifbar, wir können nichts davon anfassen oder manuell reparieren. Deshalb wird dieser Bereich auch heute noch immer nicht wirklich ernst genug genommen. Die klassische Medizin wird dafür zwar zunehmend offener, Therapien haben aber oft immer noch einen recht vordergründigen und symptombezogenen Charakter. Der Körper, die Materie, ist das, was wir am ehesten zu begreifen meinen. Wenn wir Kopfschmerzen haben, nehmen wir eine Schmerztablette, wenn wir bluten, kleben wir ein Pflaster darauf, wenn etwas wächst, was nicht normal scheint, schneiden wir es ab. Was unser Körper ist, brauchen wir nicht zu definieren, das ist offensichtlich und für uns konkret erfahrbar. Wir können ohne weiteres verstehen, dass es uns weh tut, wenn wir uns in den Finger schneiden. Und wir verstehen auch noch, dass der Schmerz sozusagen von der Wunde über Nerven mithilfe von elektrischen Impulsen in´s Gehirn transportiert wird. Was aber Schmerz eigentlich ist oder wo er genau stattfindet können wir nicht klar bestimmen. Darüber ob der Schmerz zum Körper oder zum Geist gehört gibt es unterschiedliche Ansichten. M.M.n. gehört er zum Geist, allerdings nur, wenn dieser mit dem Körper verbunden ist. Der Körper ist die Form, der Geist der Inhalt. Inhalt und Form beinflussen sich gegenseitig. Eine Veränderung im Geist kann also über den Körper angeregt werden, eine Veränderung im Körper über den Geist. Eine Veränderung überhaupt müsste also auf beiden Ebenen stattfinden, damit sie beständig ist. Im Grunde sind Körper und Geist nicht getrennt, es sind spezialisierte Bereiche der selben Seele, es ist die selbe Energie (es gibt nur eine) in unterschiedlicher Form. Der Körper vergeht, verwest, wenn er nicht mehr durch den Geist organisiert wird. Er verschwindet aber nicht sofort, also ist er einer zeitlichen Trägheit unterworfen. Bezogen auf Gesundheit, Therapie und Heilung ist es sehr wesentlich, welchen Stellenwert und welches Zusammenwirken wir Körper und Geist zugestehen. Die Symptomatische Therapie beschäftigt sich ausschließlich mit den körperlichen Symptomen. Dort anzusetzen hat natürlich auch eine Wirkung auf den Geist, in der Regel wird dieser m.M.n. aber nicht gezielt genug in die Therapie mit einbezogen. Die Behandlung eines Menschen muss eine Behandlung von Körper UND Geist sein. Die gegenseitige Wechselwirkung muss deshalb von Anfang an berücksichtigt werden. Eine energetische Therapie bezieht sich auf die energetischen Prinzipien, die sowohl im Geist als auch im Körper wirken und sich gegenseitig beeinflussen. Hierbei kommen zeitliche Verzögerungen zum Tragen, die ebenfalls beachtet werden müssen. Energetische Prinzipien finden wir auf allen Ebenen. Körperliche und geistige Automatismen, Verhaltensweisen, äußere Umstände (Arbeit, Wohnung, Familie), Ernährung, Medikamente, usw.. Also müssen auch alle Ebenen in ein Heilungskonzept mit einbezogen werden. Tarot plus ein fachlich differnzierter Deuter können dabei Hilfe leisten, zu verstehen, nach welchen energetischen Prinzipien ein Mensch "funktioniert" und wie er diese Prinzipien auf allen Ebenen so neu anregen kann, dass sich Änderungen einstellen, die mehr seinen Wünschen entsprechen, sprich, dass er gesund werden kann. Konkretere Bezüge zum Tarot 15. Die Entwicklung durch eine Zahlenreihe Im Tarot gibt es 6 Zehnergruppen. Da sind zunächst die Kleinen Arkana mit ihrer offensichtlichen Nummerierung von 1 bis 10 in den vier Farben Stäbe (Feuer), Schwerter (Luft), Münzen (Erde), Kelche (Wasser). Bei den großen Arkana finden wir die zwei Gruppen 1-10 (bewusster Teil) und 11-20 (unbewusster Teil). Der bewusste Abschnitt beinhaltet im Prinzip die beiden Elemente Luft und Erde, der unbewusste Abschnitt die Elemente Feuer und Wasser. Narr 0 und Welt 21 sehe ich persönlich als Zustände bevor der Weg beschritten wird, bzw. nachdem er komplett durchlebt wurde. Der Grundaufbau eines Weges von 1-10 ist viergeteilt: 1-4 = Entdeckung der Energie oder des Wegthemas, 5 = Extrem und Wendepunkt, 6-9 = Reifung und 10 = Übergang in einen neuen Weg oder Rückkehr. Eine andere Sichtweise hebt den Aufbau über Dreiergruppen hervor. Diese widerspricht nicht unbedingt der voranbeschriebenen Ansicht, sondern betrachtet das Ganze nur von einer anderen Seite. Der Aufbau ergibt sich hier stufenweise über das Prinzip These (Möglichkeit)-Antithese (andere Möglichkeit)-Synthese (Ergebnis/Zusammenführung). Die Synthese aus 1 und 2 ergibt 3. Die 4 stellt die Konkretisierung aus der Erkenntnis der 3 dar. 5 bildet wieder die Antithese zur 4, usw.. Auch die Gruppen bauen sich nach diesem Prinzip auf. Die dritte Gruppe (7/8/9) bildet die Synthese zu den ersten beiden (1/2/3 und 4/5/6). Zwei Bilder dazu. ![]() Die beiden Bilder stellen
eigentlich das Gleiche dar. Die rechte Darstellung verdeutlicht noch
mehr die Rückkehr zum Ausgangspunkt (Mittelpunkt), die dabei eine Rolle
spielt, und
die Entwicklung in einen Grenzbereich und wieder davon weg wird
deutlich. Die 10 im linken Bild würde im Vergleich dazu wieder der 1
entsprechen, d.h. 10 und 1 müssten aufeinander liegen. Das lässt sich
grafisch bloß nicht darstellen, das liegt
an der paradoxen Realität unserer Existenz ;-), dafür
verdeutlicht dieses Bild den Aufbaucharakter der Ebenen. Die 10 kann
auch eine neue Ebene sein. Man sieht deutlcih die
Verschachtelung, und dass die kleineren Zahlen in den größeren
enthalten
sind. So wird außerdem das Prinzip der Potenzierung
(Teilung/Vermehrung) veranschaulicht.
Zu theoretisch? O.k. dann manchen wir das Ganze jetzt noch etwas bildhafter und einfacher. Also ganz praktisch gesehen geht es darum, dass sich bei Entwicklungen in eine bestimmte neue (oder vergessene) Richtung die Erfahrungen in Pendelbewegungen aufeinander aufbauen. Die Pendelbewegungen zwischen den beiden Richtungen (alt<>neu) sind anfangs sehr stark und schwingen sich dann im Laufe der Entwicklung ein (Reifung). Indem wir uns aus der Mitte, der Harmonie (die Mitte zwischen den Elementen stellt Harmonie und Gleichgewicht dar), heraus bewegen ergibt sich eine Einseitigkeit. Nur so entsteht überhaupt ein Element und wird erlebbar. An einem bestimmten Punkt erreichen wir eine Grenze und die Verbindung mit der Gegenseite, den anderen Elementen oder dem Bereich, der uns schon bekannt ist wird wieder notwendig und auch wünschenswert, um die Spannung, die durch die einseitige Verschiebung entstanden ist wieder auszugleichen. Eine Spannung ist immer zeitlich begrenzt und fordert irgendwann den Ausgleich. Die Rückkehr zum Mittelpunkt bringt die Elemente wieder in ein ausgewogenes Verhältnis. Wir werden uns also durch Vergleichen der verschiedenen Richtungen (Pole) über ihre Beziehung und ihre jeweiligen Vor- und Nachteile bewusst. So können wir den für uns erwünschten Kompromiss finden. Beispiel: Sie waren lange sehr bequem und passiv und beschließen nun, mit Joggen zu beginnen. 1=erster Schritt: In die neue Erfahrung hinein wird ein erster Schritt gemacht. die Konsequenzen, die daraus folgen können sind hier noch völlig unbekannt. Konkret: Sie sind sehr motiviert, kaufen sich die notwendige Ausrüstung und starten dann gleich zu einem 10-Kilometer-Lauf. 2=Konsequenz: An dieser Stelle wird wahrgenommen, welche Konsequenzen der Schritt in die neue Erfahrung verursacht. Zunächst hat das nur zur Folge, dass die andere Seite der Sache wahrgenommen wird. Die Gegenreaktion kann, je nach Intensität des ersten Schrittes und weil das Neue am Anfang oft übertrieben wird, aber auch so heftig sein, dass die Tendenz besteht, die neue Erfahrung komplett zu vermeiden, also einen Rückzieher zu machen. Konkret: Nach 2 Kilometern ohne Pause sind sie schon total ausgepowert, schleppen sich zurück und haben erstmal gar keine Lust mehr. Sie fragen sich, ob das vielleicht doch nicht ihr Ding ist. >>> 3=Kompromiss * : Dieser Punkt in der Entwicklung zeigt die theoretische Seite des Kompromisses aus 1 und 2. Es entsteht ein Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen den beiden Tendenzen, bzw, es zeigt überhaupt ein Weitergehen an. Konkret: Nachdem sie ausgeruht sind und sich der erste Frust gelegt hat erkennen sie, dass sie das Ganze zu extrem angegangen sind und beschließen, sich Stück für Stück zu steigern und an´s Laufen zu gewöhnen. 4=Konkretisierung: Aus dem theoretischen Kompromiss der 3 entsteht die praktische Umsetzng in der 4. An dieser Stelle der Entwicklung wird die neue Erfahrung akzeptiert und konkret und bewusst in den Verlauf mit einbezogen. Konkret: Sie finden einen ausgeglichenen Einstieg in´s Laufen mit Pausen und langsamer Steigerung und werden so zu einem begeisterten leistungsfähigen Marathonläufer, der auch an Turnieren teilnimmt. 5=Extrem/Grenze: Hier entwickelt sich der Prozess so stark in die Richtung der neuen Erfahrung, dass die alte Erfahrung, die als Gegenpol notwendig ist, zu stark vernachlässigt wird. Durch diese Einseitigkeit entsteht ein Missverhältnis, das negativen Einfluss auf den gesamten Prozess hat. Konkret: Sie haben zwar Spaß am Laufen und auch viel Erfolg, aber sie bemerken, dass sie dafür mittlerweile soviel Zeit investieren dass für anderes kaum mehr Zeit bleibt. Dadurch kommen unter anderem Entspannung und Erholung zu kurz. >>> 6=Rückverbindung *: Die Notwendigkeit für eine Rückverbindung mit der alten Energie wird spontan erkannt. Konkret: Sie erleben durch Zufall eine entspannte Situation und werden sich bewusst, dass ihnen Entspannung und passive Augenblicke, die sie früher häufig genießen konnten, fehlen. 7=Umkehr: Der Rückweg wird konkret angetreten. Die Erfahrungen aus den Punkten 1-6 sind bekannt. Das richtige Verhältnis muss an dieser Stelle durch Ausprobieren trotzdem noch einmal überprüft werden. es besteht hier die Gefahr, weiterhin in eine der Richtungen zu übersteuern. Konkret: Ihre Lust auf´s Laufen lässt ganz plötzlich nach und sie gönnen sich einen langen Urlaub, in dem sie einfach mal nur genießen und faul sind. 8=Abwägen der beiden Erfahrungen: Die gesamten Erfahrungen, die ersten Beobachtungen und die erneute Überprüfung aus der 7 werden sehr genau abgewogen. Konkret: Sie merken sehr schnell, dass sie nun wieder in eine Richtung pendeln, die sie schon von früher her kennen und beginnen die richtige Mischung zwischen Aktivität und Passivität zu beobachten und zu suchen. >>> 9=Mischung/Integration *: Das richtige Verhältnis der Tendenzen ist gefunden Konkret: Es gelingt ihnen, die richtige Mischung zwischen Aktivität und Entspannung zu finden. Sie haben dieses Thema für sich jetzt sozusagen im Griff und gelernt. 10 = Abschluss: Der Prozess öffnet sich in eine neue Ebene Konkret: Sie können das Thema abschließen und sich mit etwas neuem befassen. * 3, 6 und 9 stellen Erkenntnisse dar, die im darauffolgenden Schritt (also 4, 7 und 10) auf einer neuen Ebene umgesetzt werden. Das Modell ist verwandt mit dem kabbalistischen Lebensbaum bzw. zeigt es mein Verständnis davon. Es macht deutlich, wie bestimmte Erfahrensbereiche über Pendeln zwischen den Extremen entdeckt, bewusst gemacht und dadurch gelernt und automatisiert werden. Das genannte Beispiel könnte stellvertertend für den Weg durch den bewussten Bereich der Großen Arkanan oder den Feuerbereich der Kleinen Arkana stehen. 16. Hofkarten oder "äußere und innere Personen" Im Tarot finden wir außer den Großen Arkana und den Zahlenkarten auch noch die Personen- oder Hofkarten. Davon gibt es insgesammt 16, bestehend aus den 4 Gruppen der 4 Elemente. Jede Gruppe ist wie eine Familie zu sehen mit Vater (König oder Ritter), Mutter (Königin), Sohn (Ritter oder Prinz) und Tochter (Bube oder Prinzessin). Die Bezeichnungen sind je nach Deck unterschiedlich. In der Regel wird der Vater mit dem Element Feuer belegt, die Mutter mit dem Element Wasser, der Sohn mit dem Element Luft und die Tochter mit dem Element Erde. Dies ergibt sich durch die Entwicklung der Kinder aus den Energien der Eltern. Bei meinem Deck habe ich dies aus praktischen Gründen umgekehrt gehandhabt, also Tochter = Wasser (Kind, Unschuld), Sohn = Feuer (Jugendlicher, Ego) und für die Erwachsenen die gereiften Energien, also Vater = Luft (Verstand, Entscheidung) und Mutter = Erde (Praxis). Ich sehe die Reifung der einzelnen Person im Laufe des Lebens, weniger die Reifung durch Vererbung. Dies wie gesagt aus rein praktischen und anschaulichen Gründen. Wir bekommen so 16 verschiedene Typen. Im Tarot stellen sie "innere oder/und äußere Personen" dar. Viele von Ihnen haben sicher schon mal den Ausdruck "das innere Kind" gehört oder darüber gelesen. Das innere Kind stellt einen Wesensanteil von uns dar. Jeder von uns hat diesen Wesensanteil in sich. Das innere Kind will und muss Kind sein können und dürfen. Wir kennen das. Jeder von uns muss ab und zu mal spielen, staunen, beschützt und umsorgt werden usw.. Dieser Teil von uns ist das innere Kind. Wird es nicht gelebt, fehlt uns ein Stück unserer Persönlichkeit, und wir werden krank oder fühlen uns nicht glücklich. Das innere Kind im Tarot bei den Hofkarten könnte z.B. die Prinzessin (Bube) der Kelche sein. Sie ist wie ein Kind, offen, unschuldig, verletzlich, usw.. Nun bestehen wir aber nicht nur aus einer inneren Person, sondern aus einer ganzen Pallette. Wie groß die Pallette ist, hängt davon ab, welche Pallete wir wählen. Eine Rolle spielt hierbei, dass wir eine Pallette benutzen, die uns einerseits genügend Typen zur Verfügung stellt, gleichzeitig aber noch übersichtlich bleibt. Die 16 Typen der Hofkarten im Tarot stellen solch eine angemessene Pallette dar. Sie ist groß genug und außerdem systematisch aufgegliedert. Alle diese 16 Typen befinden sich also in jedem von uns. Manche Typen sind stark entwickelt, andere so gut wie überhaupt nicht, manche mittelmäßig und das bei jedem Mensch unterschiedlich. Wenn wir nun solch eine Hofkarte ziehen, hat sie immer mit einem Typus in uns zu tun. Gleichzeitig aber auch mit einem konkreten Typ Mensch im Äußeren, denn die Menschentypen, denen wir begegnen sind Spiegelbilder von Typen in unserem Inneren. Und sie wollen uns daran erinnern, dass dieser oder jener Typ eventuell zu stark betont oder zu schwach entwickelt ist. Deswegen müssen bzw. wollen wir uns mit ihm über Liebe, Hass oder einfach nur Gegenwart auseinandersetzen. Oft stellen die Hofkarten Personen dar, die uns zu Beginn unseres Lebens stark beeinflusst haben, u.a. natürlich unsere Mutter oder unseren Vater, aber auch andere Erziehungs- oder Respektpersonen, die positiven oder negativen Einfluss auf uns haben oder hatten. Vielleicht die Oma, die viel auf uns aufgepasst hat oder ein Lehrer. Dieser Enfluss verstärkt in der Regel einen Kontrast, oft in Begebenheiten der Kindheit gut zu beobachten, der in uns ursprünglich angelegt war, bzw. den wir in dieses Leben mitgebracht haben. An den Hofkarten können wir also äußere Personenkonstellationen erkennen und dadurch wieder auf das Verhältnis von Begegnungen mit Menschen und inneren Abläufen schließen. Taucht in den Karten z.B. oft ein selbstbewusster Mann (König der Stäbe) auf, ist das vermutlich auch ein Hinweis darauf, unser eigenes Selbstbewusstsein mehr zu entwickeln, also sozusagen unseren eigenen inneren König der Stäbe zu stärken. Tauchen in einer Legung auffällig viele Hofkarten auf, halte ich das übrigens für ein Anzeichen dafür, dass die Person nach außen orientiert ist, d.h. dass noch viele innere Personen nach Entwicklung streben oder dass zu der entsprechenden Zeit solche Spiegelungen gehäuft auftreten, weil gerade die Möglichkeit zur Integration besteht. Praktisch und nützlich ist dieser Teil des Tarot deshalb, weil er uns direkt auf konkrete Personen hinweist, die in unserem Leben ja nunmal eine sehr vorrangige Rolle spielen. Sollten Sie Fragen zu diesem Vortrag haben, können Sie mich gerne anschreiben: info@langustl.de Seite 1/2 |
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